Mal ehrlich – ist Bambus nachhaltig oder doch nicht?

Von Wundersocks • 03/04/2023

Bambus liegt im Trend – vor allem auch deshalb, weil er von den Textilherstellern als umweltfreundlicher Stoff angepriesen wird. Umweltfreundlichkeit wissen die heutzutage klima- und umweltbewussten Konsument:innen zu schätzen. Doch ist Bambus nachhaltig und tatsächlich umweltfreundlich? Oder handelt es sich beim Thema Nachhaltigkeit von Bambus Kleidung nur um ein weiteres Beispiel für irreführende Produktbewerbung?

Ist Bambus nachhaltig?

Auf den ersten Blick erweckt Bambus den Eindruck, dass es sich um ein richtig grünes Material handelt. Das Süßgras wächst sehr hoch und schnell nach. Spitzenreiter unter den Bambus Gewächsen sollen bis zu einem Meter täglich wachsen, die langsameren Sorten immerhin mehrere Zentimeter pro Tag. Hochwachsende Bambusgewächse reichen oft bis zu 30 Metern in die Höhe.

Verblüffend ist auch die Tatsache, dass durch die Ernte eines Bambushalms nicht gleich die ganze Pflanze dran glauben muss – sie wächst nämlich unbeirrt weiter. Bambuspflanzen sind sehr widerstandsfähig und benötigen oft keine zusätzliche Bewässerung oder gar Düngemittel. Außerdem soll Bambus die Fähigkeit haben,  mehr CO2 zu binden als Bäume und eine ordentliche Menge Sauerstoff erzeugen.

Solange keine giftigen Farbstoffe hinzugefügt werden, ist Bambus wie die Merinowolle biologisch abbaubar. Damit ist Bambus viel umweltfreundlicher als synthetische Stoffe auf Erdölbasis, die sich nie zersetzen. Mit diesen Eigenschaften der Bambuspflanze kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Bambus nachhaltig ist.

Zur Verarbeitung von Bambus

Die Verwendung von Bambus als Reinmaterial ist nachhaltig. Jedoch gestaltet sich die Verarbeitungspraxis von Bambus völlig anders. Zugefügte Kunststoffe und Kleber verfestigen das Material. Die sogenannten Bambus Textilien, insbesondere Bambus Strümpfe, bestehen nämlich nicht aus Bambus, sondern aus Viskose. Bambus ist lediglich der Rohstoff für die Herstellung von Viskose.

Das Problem mit der Viskose

Bambus Kleidung besteht zu einem gewichtigen Anteil aus Viskose. Diese wird zwar aus dem Bambus hergestellt, aber eben nicht ausschließlich aus Bambus. Im Zuge der Verarbeitung werden so einige Chemikalien wie Natriumhydroxid, Schwefelkohlenstoff und Kohlenstoffdisulfid zugesetzt. An dieser Stelle ist es mit der Natürlichkeit sowie der Umweltverträglichkeit der Bambus Viskose meistens vorbei.

Viskose ist keine reine Naturfaser 

Es stellt sich nämlich die Frage, wie diese Chemikalien im Anschluss entsorgt werden. Eine entsprechende Entsorgung ist mit Kosten verbunden, die viele Hersteller nicht tragen wollen. Viskose ist eben keine Naturfaser, sondern eine halbsynthetische Faser. Aus diesem Grund dürfte an der Stelle der Faserzusammensetzung nicht Bambus stehen. Der richtige Begriff zur Bezeichnung der Faser wäre „Viskose“.

Bei der Herstellung von Bambus Viskose sind der Energie- und Wasserverbrauch ebenfalls hoch. Umweltfreundlichere Verfahren zur Herstellung von Viskose existieren zwar, kommen aber selten zur Anwendung, weil sie mehr kosten und mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Bambus Viskose ist chemisch verarbeitet

Die ansteigende Nachfrage nach Bambus hat bereits zu großflächigen Entwaldungen in China geführt. Von geringer Umweltbelastung darf also bei Bambus generell nicht gesprochen werden.  Die Frage, ob Bambus nachhaltig ist, ist mit dem verbreitetsten Herstellungsverfahren von Bambus Viskose bereits beantwortet.

Nach diesen intensiven chemischen Verarbeitungsverfahren bleibt übrigens auch fraglich, ob die dem Bambus nachgesagten Qualitäten, wie beispielsweise seine UV-Beständigkeit, noch immer vorhanden sind.

Das Problem mit den Produktionsstandards

Der Großteil der Bambusprodukte stammt aus China. Der Import von Bambus ist also mit gravierenden CO2-Emissionen verbunden. Noch dazu gelten in China völlig andere Umwelt- und Produktionsstandards als hierzulande. Deshalb kann kaum bis gar nicht nachvollzogen werden, inwieweit dieses Herstellungsverfahren der Umwelt und dem Menschen schaden.

Fakt ist, dass die Herstellung von Viskose in Ländern mit geringen Umweltschutzstandards die Umwelt schädigt und mit nicht tragbaren gesundheitlichen Schäden für die Arbeiter:innen verbunden ist. Die Umwelt und die Gesundheit der Menschen können nur mit einer umweltfreundlichen Gewinnung der Faser geschützt werden. Der Zusatz der genannten Chemikalien ist ein eindeutiger Hinweis dafür, dass Bambus nachhaltig nicht sein kann. Auch das für die Bambus Viskose benötigte Wasser wird einschließlich Verunreinigungen zumeist wieder ins Grundwasser geleitet.

Lyocell und Bambus Leinen

Lyocell hingegen wird in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt. Das Wasser sowie die verwendeten Chemikalien werden recycelt und nicht einfach in der Umwelt freigesetzt. Ein Teil der  Nebenprodukte wird verkauft, andere bleiben im Produktionsprozess. Das erklärt, warum Lyocell auch etwas teurer, aber dafür deutlich nachhaltiger ist.

Eine weitere Möglichkeit, Bambus in einen Stoff zu verwandeln, ist die Auskämmung der Bambusfasern. Diese werden dann zu Fäden gesponnen – zu dem sogenannten „Bambus Leinen“. Dieses Herstellungsverfahren ist die umweltfreundlichste Variante der Herstellung eines Bambus Stoffes. Allerdings ist diese Methode auch arbeitsintensiver und teurer.

Ist nun Bambus nachhaltig oder nicht?

Wird die Bambus Pflanze unter den richtigen Bedingungen angebaut und gepflegt, so ist Bambus ganz ohne Zweifel nachhaltig. Sobald schädliche Chemikalien für die Herstellung der Viskose herangezogen und unsachgemäß oder an geringen Umweltstandards orientiert entsorgt werden, so beginnt die Bedeutung des Begriffs “nachhaltig” zu bröckeln. Das gilt übrigens auch für Baumwolle.

Bambusstoffe sind sicherlich eine Verbesserung gegenüber Polyester und herkömmlicher Baumwolle, vorausgesetzt es besteht Transparenz über die Herkunft und Verarbeitung. Lyocell Bambus und Leinen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die nachhaltigere Alternative. Ansonsten sind umweltfreundliche Stoffe wie Bio-Hanf oder nachhaltige Merinowolle die bessere Wahl. Bambus Viskose ist in den meisten Fällen nicht nachhaltig. Derzeit wird allerdings noch an weiteren kostengünstigen und umweltverträglichen Methoden gearbeitet.

Merinowolle oder Bambus Viskose?

Die Eigenschaften von Kleidung aus Merinowolle und Bambus werden oft als sehr ähnlich beschrieben. Worin genau liegen die Unterschiede?

Temperaturregulierung

Bambus Viskose kühlt – wie Merinowolle auch – bei Hitze und wärmt bei Kälte. Beide Fasern verfügen über mikroskopisch kleine Luftkammern, die bei Kälte wärmen und bei Hitze kühlen. Das haben die beiden Fasern gemein.

Tragekomfort und Feuchtigkeitsaufnahme

Sowohl Bambus Viskose als auch Merinowolle fühlen sich seidig weich auf der Haut an und können im Vergleich mit Baumwolle viel Feuchtigkeit aufnehmen. Beide Fasern gelten als relativ dehnbar. Die Merinowolle enthält im Gegensatz zu Bambus Viskose den natürlichen Fettspender Lanolin, das die Hautflora unterstützt, die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und geschmeidig hält.

Antibakterielle Eigenschaften

Wie die Merinowolle ist der natürliche Bambus zwar antibakteriell. Da jedoch bei der Gewinnung von Bambus Viskose mit Chemikalien gearbeitet wird, kann diese Eigenschaft nicht so einfach erhalten werden. Deshalb wird Bambus Viskose nicht selten durch weitere chemische Bearbeitungsprozesse quasi wieder antibakteriell gemacht.

UV-Schutz

Sowohl Bambus als auch Merinowolle schützen vor UV-Strahlung. Während die Merinowolle je nach Qualität der Wolle und Dicke des Kleidungsstücks einen Lichtschutzfaktor von 20-50 bietet, hängt die tatsächliche UV-Schutz Leistung der Bambus Viskose wieder von der chemischer Bearbeitung ab.

Gewinnung der natürlichen Faser

Der Bambus für Viskose Textilien stammt hauptsächlich aus den Wäldern Chinas. Wie Bambus ist Merinowolle ist eine nachwachsende natürliche Ressource. Beim Thema Nachhaltigkeit der Wolle spielen die Haltung der Schafe und die Art der Schur eine große Rolle. Wichtig ist, dass zu 100% Mulesing freie Wolle verwendet wird. Eine tierfreundliche Schur ist aufgrund der großen Wollmasse der Merino Schafe in regelmäßigen Abständen wichtig und notwendig. Wir von Wundersocks stellen unsere Kleidung aus garantiert Mulesing freier Merinowolle in Italien her.

Verarbeitung der Faser

Die chemischen Verarbeitungsprozesse bei der Herstellung von Bambus Viskose mindern nicht nur die Nachhaltigkeit der Faser, sondern auch ihre Haut Verträglichkeit. Ist deine Haut empfindlich und neigst du zu Hautallergien, so solltest du keine Kleidung aus Bambus Viskose tragen. Denn laut Verbraucherzentrale hat die chemische Behandlung von Rohstoffen Einfluss auf die Hautverträglichkeit der Kleidung.

Für die Herstellung von Kleidung aus Merinowolle werden weder Erdöl noch Pestizide oder Düngemittel eingesetzt, wie das bei der Herstellung von Kunstfasern notwendig ist. Da die Merinowolle auf völlig natürlicher Basis antibakteriell und geruchsneutralisierend ist, ist auch der Zusatz von antibakteriellen Enzymen nicht notwendig. Die Herstellung unserer Merino Kleidung Wunderfit und unserer Wundersocks findet unter vollkommener Einhaltung aller Umweltschutzstandards und ohne Zusatz von Schadstoffen oder Chemikalien statt.

Der entscheidende Unterschied zwischen Merinowolle und Bambus Viskose ist, dass wir bei der Herstellung unserer Kleidung zu 100% auf die Verwendung schädlicher Chemikalien verzichten. Unsere Merino Kleidung erhält die vollkommen natürlichen und naturbelassenen Vorteile der Merinowolle. Darauf achten wir mit größter Sorgfalt, denn diese Eigenschaften bilden den größten Mehrwert für unsere Kunden.

Überzeuge dich selbst von der reinen Naturfaser Merinowolle und besuche uns in deiner nächsten Wundersocks Filiale oder in unserem Wundersocks Online Shop!

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