Gibt es die „Allergie gegen Kälte“ wirklich?

Von Wundersocks • 16/02/2023

Allergien sind weit verbreitet und daher nichts Unbekanntes. Jeder kennt den Heuschnupfen – die Allergie gegen Blütenstaub, Allergien gegen Milben, gegen Tierhaare, gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Kosmetika. Doch wie steht es um die Allergie gegen Kälte? Möglicherweise mag der ein oder andere von sich behaupten, richtig allergisch gegen den Winter, gegen das graue Wetter oder auch gegen die Kälte zu sein. Aber gibt es sie wirklich, die Allergie gegen Kälte? Die richtige Antwort auf diese Frage lautet: Jein.

Was ist eine Allergie gegen Kälte?

Es gibt sie zwar, die Allergie gegen Kälte, und sie wird als Kälteurtikaria bezeichnet. Die Kälteurtikaria ist eine spezifische Form der Nesselsucht (Urtikaria). Das Wort Nesselsucht stammt daher, dass die Haut eine ähnliche Reaktion zeigt, so als ob sie mit Brennnesseln in Kontakt gekommen wäre. Um eine Allergie im herkömmlichen Sinne handelt es sich bei der „Allergie“ gegen Kälte allerdings nicht.

Die gute Nachricht ist: Die Allergie gegen Kälte ist in medizinischem Sinne keine richtige Allergie. Es gibt nämlich weder ein Allergen, noch bildet der Körper bei der Nesselsucht Antikörper. Das erklärt auch, warum die Kälteurtikaria der Gruppe der „Pseudoallergien“ zugeordnet wird.

Kälteurtikaria Ursachen und Symptome

Dennoch zeigt bei der Allergie gegen Kälte die Haut eine spezifische Reaktion auf den Kontakt mit Kälte. Eine solche Reaktion tritt bereits innerhalb weniger Minuten auf und kann durch das Berühren kalter Gegenstände, durch kalte Winde, kalte Außenluft oder kaltes Wasser ausgelöst werden. Auch wechselnde Temperaturen – wie beispielsweise ein Sprung in kaltes Wasser – können eine Kälteurtikaria verursachen.

Vor der Allergie gegen Kälte ist man auch im Sommer nicht gefeilt. Beim Eisessen, beim Konsumieren eiskalter Getränke, beim Griff in den Gefrierschrank oder beim Berühren von kaltem Eisen kommt die Haut beziehungsweise die Schleimhäute ebenso in Kontakt mit Kälte. Die wirklichen Auslöser einer Kälteurtikaria sind jedoch noch nicht gänzlich erforscht. Es werden noch Zusammenhänge mit anderen Infektionskrankheiten untersucht.

Kälteallergie Symptome

Bei der Allergie gegen Kälte spielen Histamine in vielen Fällen eine große Rolle. An der vom Kältereiz betroffenen Stelle wird Histamin ausgeschüttet. Da Histamin die Gefäße weitet, werden die Haut und die Nerven in dieser Region überreizt. Die betroffene Hautstelle rötet sich, schwillt an und beginnt zu jucken. Es entwickeln sich sogenannte Quaddeln. Unterhalb dieser Quaddeln bilden sich Beulen aus Wasser und Gewebsflüssigkeit. Bei Verdacht auf eine Allergie gegen Kälte wird oft untersucht, ob die Haut die für die Kälteurtikaria typischen Kälte Reaktionen auf den Kontakt mit einem Eiswürfel zeigt.

Von einer Allergie gegen Kälte sind mit höherer Wahrscheinlichkeit junge Erwachsene, vor allem Frauen und nur halb so viele Männer betroffen. Entwickelt sich eine Kälteurtikaria, so verschwinden die Symptome nach circa fünf Jahren wieder.

Spezifische Körperregionen, die besonders empfindlich auf Kälte sind, weisen häufiger die Symptome einer Allergie gegen Kälte auf. Das sind das Gesicht, die Hände, aber auch die Beine und Füße. Teilweise treten die Symptome auch im Mundraum oder im Rachenbereich auf, wenn beispielsweise kalte Speisen oder Getränke konsumiert wurden.

Kälteallergie was tun?

Auch wenn die Kälteurtikaria nicht vollständig erforscht ist, so gibt es einige gezielte Maßnahmen um einer Allergie gegen Kälte vorzubeugen:

Schutz vor Kälte

Zur Vorbeugung sollten Betroffene, bei welchen eine Anfälligkeit für eine Allergie gegen Kälte festgestellt wurde, Kälte möglichst vermeiden. Das heißt, gerade im Winter nur in wirklich warmer Kleidung das Haus zu verlassen. Wenig oder unbedeckte Hautstellen wie das Gesicht sollten mit einer fettigen Creme und nach Möglichkeit mit einer wärmenden Mütze sowie mit einem wärmenden Schal vor der Kälte geschützt werden. Auch die Hände, Beine und Füße sollten ausreichend warmgehalten werden.

Schutz vor Temperaturschwankungen

Da einige Betroffene berichten, dass ein schneller Temperaturwechsel zwischen Kälte und Wärme das Auftreten der für die Kälteurtikaria typischen Quaddeln ausgelöst hat, ist eine möglichst stabile Temperatur der Haut wesentlich. Temperatur regulierende Kleidung unterstützt genau diese Funktion, da sie die Haut vor Kälte und vor Hitze schützt.

Keine kalten Gegenstände berühren

Menschen mit Verdacht auf eine mögliche Allergie gegen Kälte sollten nichts Kaltes wie Schnee angreifen. Dazu zählt beispielsweise auch der Griff in den Gefrierschrank oder auf das eiskalte Lenkrad im Auto.

Keine kalten Getränke oder Speisen konsumieren

Bei Anfälligkeit für die Entwicklung einer Allergie gegen Kälte sollte der Konsum von eiskalten Getränken, Speisen, Eiswürfeln oder Speiseeis vermieden werden, da Schleimhäute wie der Mund- und Rachenraum besonders empfindlich auf Kälte reagieren können.

Medizinische Behandlung

Menschen, bei welchen aus medizinischer Sicht der Verdacht auf eine Allergie gegen Kälte besteht, wird häufig empfohlen, ein Antihistaminikum einzunehmen, bevor sie sich der Kälte aussetzen. Allerdings werden auch andere Medikamente verschrieben, da die Histamin Ausschüttung nicht bei jedem Betroffenen dieselbe Reaktion auslöst. Für Akutsituationen gibt es auch rezeptpflichtige Salben, die die Symptome hemmen.  Derzeit werden einige Behandlungsmethoden erforscht, deren Erfolge noch nicht vollständig geklärt sind.

ACHTUNG: Medikamentöse Behandlungen sollten mit einem Arzt besprochen und nicht im Alleingang beschlossen werden.

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